Pfandanstalten
Jeder Mensch kann einmal in eine Notsituation kommen und muß dann schnellstmöglich finanzielle Mittel zum alltäglichen Leben bereitstellen. Eine Alternative zum Kreditverfahren stellen Leihämter dar, die über einen vorher bestimmten Zeitraum (normalerweise 3 Monate zuzüglich 4 Wochen Kulanzzeit) gewisse Güter in Pfand nehmen und einen angepaßten Gegenwert auszahlen. Das Gut muß dann zum Ende der vereinbarten Zeit entweder ausgelöst werden (Gegenwert = Taxwert + Pfandgebühr = bis zu 3% monatlich) oder wird einer Versteigerung zugeführt. Man kann Pfandanstalten somit auch als quasi Kreditinstitute ohne Schufaauskunft bezeichnen.
Leihämter sind in der Regel öffentliche Einrichtungen, allerdings gibt es auch private Pfandhäuser, die sehr strengen Reglements unterliegen. Insofern soll durch die gesetzmäßigen Richtlinien einem Mißbrauch der in Not geratenen Personen entgegengewirkt werden. Zur Zeit gibt es in Deutschland nur noch vier öffentliche Leihämter in Augsburg, Nürnberg, Mannheim und Stuttgart.
In den letzten Jahren haben die privaten Pfandhäuser einen wahren Boom erfahren. Die Situation am Bundesdeutschen Arbeitsmarkt hat sicherlich ihren Beitrag dazu geleistet. Statistiken belegen nachhaltig dieses Kreditgeschäft mit über einer Million Kunden pro Jahr. Hinzu kommen vereinfachte Auszahlungsverfahren binnen weniger Minuten nach Schätzung der gepfändeten Wertgegenstände. Pfandhäuser sind inzwischen auch via Internet erreichbar und bieten dem Investierenden zugleich günstige Schnäppchen zum Kauf.